Warum du aufhören solltest, dich mit deinem Beruf vorzustellen!

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Ich kann dir versichern, der Zugang zu dir selbst, deinem Inneren und das, was dich wirklich ausmacht, liegt meilenweit entfernt, wenn du das dringende Bedürfnis hast, zuallerst über deine Arbeit zu sprechen, um dich jemandem vorzustellen. Ich weiß, das klingt hart. Aber das, was dir vielleicht gerade noch so ganz selbstverständlich erscheint, lässt dich schneller von deiner Ich-Insel wegtreiben, als dir lieb ist.

Lass uns hier mal anschauen, warum ich das so selbstbewusst behaupte. Und warum du lieber über deine Stärken, Interessen oder das Wetter reden solltest, als über deinen Beruf.

Du willst dir den Artikel lieber anhören? Kein Problem!

Warum du aufhören solltest, dich mit deinem Beruf vorzustellen…

Okay, ich starte mal mit einer Selbstoffenbarung:

Wann immer ich bei einer Vorstellungsrunde dabei war, wurde ich super hibbelig und hab angefangen zu schwitzen. Meistens konnte ich dann kein Wort der anderen Teilnehmer mehr hören, sondern habe wie wild in meinem Kopf gegraben auf der Suche nach einer guten Geschichte über mich.

Um ehrlich zu sein, fand ich diese Reaktion von mir immer komisch. Normalerweise kann ich ganz gut vor Leuten reden. Klar, ein bisschen Unruhe und Aufregung ist immer dabei, aber meistens kommen die Sätze einfach so raus, wie sie mir eben gerade so einfallen. Nur halt nicht in Vorstellungsrunden…

Der Knackpunkt war mir relativ früh klar:

Ich habe nie einen Beruf ausgeübt, über den man so schick daherreden konnte wie die meisten anderen. Auf mich hat das eine Zeit lang echt Eindruck gemacht, wenn sich jemand vorgestellt hat mit:

„Hi, ich bin … und ich bin Projektmanagerin bei XY oder Sales Account Manager bei ABC oder PR Consultant bei *wem-auch-immer*.

Ich kam mir dann oft ein bisschen mickrig vor mit meinem

„Ich bin Kathi und arbeite im Sport“ oder „aktuell arbeite ich für einen Basketball-Club“.

Ich weiß, ich weiß… da haben offensichtlich riesige Komplexe ihre großen Fahnen geschwungen und mich unter sich begraben.

Das Paradoxe daran war, dass ich bisher nahezu alles, was ich in meinem Leben gemacht habe, auch gerne gemacht habe oder nach wie vor mache. Ich suche mir diese Dinge ja auch selber aus. Es ging also nie wirklich darum, dass ich meinen Job blöd fand und deswegen nicht gerne darüber reden wollte.

Der Aha-Moment

Falls du das beschriebene Szenario ähnlich kennst – was ich stark vermute, da dich ja scheinbar ein Impuls auf diesen Artikel gelenkt hat -, kann ich dir sagen:

Die Komplexe sind nicht das Problem!

Das meine ich ernst! Also, natürlich könnte auch sowas in die Richtung – „Steh zu dir selber!“, „Sei stolz auf dich!“, „Zermartere dir nicht das Hirn, was die anderen denken könnten!“ – helfen. Und klar ist das ein guter Ansatz. Ich stelle mir bei sowas nur selbst oft die Frage: „Wie stehe ich denn zu mir selbst? Und wie bringe ich mein Hirn dazu, sich nicht zu zermartern? Und was ist zermartern überhaupt?“ Zu solchen gut gemeinten Ratschlägen werde ich mich hier im Blog mit Sicherheit auch nochmal an anderer Stelle äußern.

Hier ist vor allem wichtig: Ich glaube, es geht erstmal viel einfacher!

Ich hatte einen Aha-Moment, als ich die Vorstellungsrunde in meiner Coaching-Ausbildung miterlebt habe. Da saßen jede Menge interessante Menschen, die im Grunde alle bei der Ausbildung gelandet waren, weil ihr bisheriger Weg sie in eine Sackgasse gebracht hat. Kaum jemand war dabei, weil er oder sie die eigenen Kompetenzen hochschrauben wollte, um dann zurück in den bisherigen Beruf zu gehen. Die meisten waren auf der Suche nach einem Neustart, einem Richtungswechsel, etwas Frischem.

Und trotzdeeeeem, obwohl somit kaum jemand voller Inbrunst und Leidenschaft von seinem Beruf erzählt hat, war bei allen genau das die nächste Information nach dem Namen. Warum???

Das scheint also irgendwie ein Automatismus bei allen gewesen zu sein. Trotzdem erstmal den eigenen Beruf auf glanzvollem Podest präsentieren oder über den letzten Job reden.

Wir haben das einfach total verinnerlicht.

Und genau da hat es bei mir Klick gemacht! Das ist doch Quatsch! Das kann doch einfach nicht die spannendste Information sein, die ich über eine Person erfahren darf!

Wer bist du wirklich?

Wenn ich dich persönlich treffen würde, kann ich dir sagen, hätte ich mindestens 1000 Fragen an dich. Und mit Sicherheit würde mich am wenigsten interessieren, was du arbeitest – oder studierst.

Welche Frage mir definitiv unter den Nägeln brennen würde, ist, was dich dorthin verschlagen hat, wo auch immer wir uns treffen. Und ich wäre Feuer und Flamme für die spannendsten Erfahrungen, die du in deinem bisherigen Leben gemacht hast. Und wenn du einen Hund hättest, würde ich das auch wissen wollen. Ich liebe Hunde! Vor allem so große, verspielte Riesentapsige.

Okay, okay…ich gebe zu, für eine erste kurze Vorstellungsrunde sind die angesprochenen Themen vielleicht nicht super passend. Aber würdest du sagen, es gibt nichts Spannenderes hinter deinem „Ich bin“, als das, was du arbeitest?

Wie wäre es zum Beispiel mit folgenden Themen?

  • Was interessiert dich aktuell sehr?
  • Welches Buch/welche Serie/welcher Film hat dich jetzt gerade oder zuletzt in den Bann gezogen?
  • Was würdest du gerne mal ausprobieren, wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden?
  • Welche Personen haben dich am meisten geprägt und warum?
  • Welche korkigste Eigenschaft nimmst du an dir wahr? (hier natürlich nur nennen, worüber du tatsächlich reden magst…)
  • Wohin würdest du gerne mal reisen und warum?

Zu schräg? Absolut nicht!

Das, was uns Menschen menschlich macht, sind genau diese Dinge. Unsere Interessen, Erfahrungen, Wünsche, Eigenheiten und unsere Aktivitäten. Wer bleibt dir besser im Gedächtnis hängen und lässt sich wirklich greifen?

Sabine, die dir erzählt, dass sie in ihrer Freizeit gerne ehrenamtlich im Altersheim hilft und mit den Menschen dort malt, weil sie sich auf diese Weise mehr Zeit nimmt für ihr großes Hobby Malen und gleichzeitig anderen Menschen etwas Farbe ins Leben bringen kann.

Oder Oskar, der im 6. Semester Mathe studiert und gerade an seiner Bachelorarbeit sitzt, aber noch nicht weiß, worin er seinen Master machen will. Er ist sich aber sicher, dass er irgendwann mal in ein großes Unternehmen möchte, weil da die Aufstiegschancen einfach besser sind.

Beruf vorstellen
Wenn du liebst, was du tust, dann erzähl davon!

Guuuut, du erkennst vermutlich meine nicht ganz kleinen Vorurteile gegenüber so schnarchigem Lebenslauf-Gelaber. Ich will damit niemandem zu nahetreten, denn was für mich definitiv gilt, ist: Wenn du liebst, was du tust, dann erzähl unbedingt davon!

Ich hatte mal eine Freundin, die hat Mathe studiert und mir so dermaßen ausführlich und ohne Punkt und Komma von einem Problem berichtet, an dem sie gerade tüftelt und das einfach „extrem spannend“ ist, dass ihre Augen richtig geleuchtet haben. Natürlich habe ich kein Wort verstanden, aber zugehört habe ich ihr trotzdem gerne. Begeisterung steckt an.

Wenn du also wirklich begeistert bist, von dem, was du arbeitest, studierst oder von deinem aktuellen Praktikum, dann lass es auf jeden Fall raus. Dann zählt das mit Sicherheit zu deinen spannendsten Geschichten. ABER…

Bist du deine Rollen oder lebst du deine Rollen?

Wir alle leben auf die eine oder andere Weise ganz unterschiedliche Rollen aus. Du bist also vielleicht eine Mutter oder eine Schwester. Auf jeden Fall bist du eine Tochter und sehr wahrscheinlich bist eine Arbeitnehmerin, Selbständige oder in irgendeiner Ausbildung, Studium, etc. Hast du noch ein Hobby, das dir eine Rolle gibt? Bist du vielleicht eine Trainerin oder Musikerin oder eine Autorin?

Auf das Thema Rollen gehe ich hier im Blog defintiv nochmal an anderer Stelle ein. Dahinter verbergen sich jede Menge Aha-Momente.

Hier ist mir aber vor allem erstmal wichtig, dass du als DU und deine Rollen in deinem Leben nicht das Gleiche sind. Dein EchtIchGefühl wird sehr wahrscheinlich nicht in erster Linie aus deinen Rollen erzeugt, sondern aus deinem inneren Gefühl zu dir selbst, aus deinen emotionalen Erfahrungen, deiner Persönlichkeit …

Deswegen finde ich die Selbstvorstellung „ich bin“ auch so unpassend. Noch viel mehr, wenn danach dein Job folgt.

Du bist nicht dein Job und du bist auch nicht das, was du da den lieben langen Tag so treibst.

Du tust, erlebst, führst aus, dienst, was auch immer …

Ich lese gerade ein tolles Buch von Stephen R. Covey, in dem er diese Art des „sich Identifizierens“ Arbeitszentriertheit nennt. Er beschreibt arbeitszentrierte Menschen so:

Häufig treiben sie sich selbst dazu, ihre Gesundheit, ihre Beziehungen und andere wichtige Bereiche ihres Lebens ihrer Arbeit zu opfern. Sie definieren sich vor allem über ihren Beruf: „Ich bin Arzt…“, „Ich bin Schriftsteller…“, Ich bin Schauspieler…“

Nicht nur die Identität, sondern auch das Selbstwertgefühl dieser Menschen beruhen auf ihrer Arbeit. Deshalb wird ihre Sicherheit durch alles gefährdet, was sie daran hindert, sich ihrer Arbeit zu widmen. Ihre Orientierung hängt von den Anforderungen ihres Berufs ab. Ihre Weisheit und ihre Kraft beschränken sich auf ihre Arbeit, so dass sie in den anderen Lebensbereichen ineffektiv sind.

Wie du wirklich dich selbst vorstellst

Sätze, mit denen du wirklich was über dich ausdrückst, womit andere sich ein Bild von dir machen können, starten vielleicht mit:

  • Ich mag…
  • Mich interessiert…
  • Ich würde gerne…
  • Ich neige dazu…
  • Meine größte Leidenschaft/Angst/Stärke/Schwäche/Liebe/Errungenschaft/…

Die Liste lässt sich wahrscheinlich noch unendlich ergänzen. Wichtig ist, dass du ausdrückst, was dich emotional kriegt, wofür du brennst, was dich von innen heraus leuchten lässt – oder zumindest etwas, das dich greifbar macht und eben keine Rollenbeschreibung ist.

Aber warum ist das wichtig?

Okay, diese Antwort bin ich dir definitiv noch schuldig. Wofür das Ganze? Was wird dadurch besser?

Meistens sabbeln wir den ganzen Tag. Von morgens bis abends reden wir mit anderen Menschen, mit uns selber – laut oder im Kopf –, mit unseren Tieren, Pflanzen, Autos oder Handys.

Unsere Sprache macht also eine Menge von unserem Tag und somit auch eine Menge von uns selbst aus.

Dein Gefühl zu dir selber, wie du dich erlebst und wahrnimmst, hängt also extrem davon ab, wie du redest und vor allem, wie du über dich redest.

Je mehr du darüber sprichst, was du so in deinem bis zum überlaufen vollgepackten Alltag tust, desto mehr meißelst du diese Dinge in dein Ich ein. Und je mehr du von dir selber sprichst und dabei von dir als Arbeitende, Studierende, Lernende sprichst, desto mehr wird dein Selbst sich mit diesem Mantel kleiden.

Ich bin aber absolut sicher, dass da noch wesentlich mehr ist. In dir schlummern Erfahrungen, Wahrnehmungen, Gefühle und Sehnsüchte, die völlig losgelöst sind von deinem Broterwerb, deinen Verpflichtungen und dem täglichen Wahnsinn, der so um dich herum wuselt. Der Zugang dazu führt nun mal auch vorbei an deiner Sprache, deinen Gedanken, deinem Selbstbild und somit vorbei an deiner Selbstvorstellung gegenüber anderen.

„Übung macht den Meister“

Was du aber natürlich brauchst, um in deiner nächsten Vorstellungsrunde mal ganz anders über dich zu sprechen, ist ein Schlachtplan. Wovon möchtest du erzählen? Was ist spannend an dir und in deinem Leben? Was verschafft anderen am besten ein Bild von dir? Worüber redest du leidenschaftlich gerne?

Hast du Lust, das zu vertiefen? Dann nutze hierfür gerne mein Arbeitsblatt und mach dich zum echten Zuhörer-Magneten.

Selbstvorstellung

Ich bin sehr gespannt, wie du dich gerne vorstellen würdest – oder vielleicht schon mal vorgestellt hast? Womit hast du gute Erfahrungen gemacht?

Schreibe gerne was dazu in die Kommentare oder schick mir eine Nachricht!

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Hi! Ich bin Kathi!

Ich stecke hinter EchtIchGefühl und bin hier deine Augenöffnerin, Mutmacherin und Klartextrederin. Vor allem aber glaube ich an dein einzigartiges Potential, das unbedingt da draußen in die Welt gehört, anstatt in deinem hübschen Köpfchen (oder wo auch immer es wartet) zu versauern!

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